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MAINOVA FRANKFURT MARATHON

Zum 10. Mal im Marathonfieber
Ich war nicht so aufgeregt wie sonst vor einem Marathon, aber ziemlich angespannt. Mein längster Lauf in der Vorbereitung war 28 km, ansonsten war ich max. 20 km unterwegs. Wir wollten testen, ob man mit weniger Lauftraining, dafür aber mehr Übungen mit der Blackroll, Core-Training und Yoga auch gut ins Ziel kommt.
Ich freute mich auf den Start. Wegen der Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften durfte ich bereits mit der ersten Welle los. Meinen Zeitplan hatte ich im Kopf, aber die Tempokontrolle mit der Uhr zwischen den Hochhäusern war zu ungenau. So kontrollierte ich die Zeiten von Kilometer zu Kilometer. Alles lief gut, ich hoffte, die Vorjahreszeit wieder zu schaffen. Die Kilometer sausten nur so vorbei. Die Stimmung am Straßenrand war Klasse und das Wetter war dann doch besser, als vorhergesagt. Der Regen blieb aus, nur die Sturmböen erschwerten das Laufen immer mal wieder.
Bis zum Halbmarathon war die Zeit super. Dann begann es aber anstrengender zu werden. Gel versuchte ich nur 1 x, aber wieder wurde mir davon übel, so dass ich bei den nächsten Stationen nur noch trank. Die Stopps kosteten etwas Zeit, da ich es nach wie vor nicht schaffe, beim Laufen zu trinken. So machte ich bei den Getränkestationen immer kleine Gehpausen, um meine Beine wieder etwas zu erholen.
Leider schaffte ich es auch mit größtem Willen nicht, dann weiter das Tempo zu halten. Von den Zuschauern kam aber immer wieder lautstarke Unterstützung, so dass die Motivation immer da war.
Die letzten 3 Kilometer sind dann reine Kopfsache. Die Versuchung ist zu groß, das letzte Stück zu gehen. Aber schon in der letzten Kurve in Richtung Festhalle war mein Grinsen groß. Geschafft, geschafft und gleich auf dem roten Teppich. In der Halle empfing uns tosender Ablaus, Jubel, Musik … die Zuschauer freuten sich mit uns, dass wir den Marathon geschafft hatten. Ich lief überglücklich durchs Ziel. Nicht ganz in meiner Wunschzeit, aber in meiner zweitbesten Marathonzeit. Also sehr zufrieden. Aber nach dem Ziel hatte ich dann erst mal mit Kreislauf, brennenden Beinen … zu tun.

Splits
Split Tageszeit Zeit Diff min/km km/h
5 km 10:29:26 00:25:06 25:06 05:02 11.95
10 km 10:54:11 00:49:51 24:45 04:57 12.12
15 km 11:19:15 01:14:55 25:04 05:01 11.97
20 km 11:45:21 01:41:01 26:07 05:14 11.49
Halb 11:51:42 01:47:22 06:21 05:48 10.37
25 km 12:12:22 02:08:02 20:41 05:18 11.33
30 km 12:39:20 02:35:00 26:58 05:24 11.13
35 km 13:08:58 03:04:38 29:38 05:56 10.12
40 km 13:37:38 03:33:18 28:41 05:45 10.46
Netto 13:50:17 03:45:57 12:39 05:46 10.42

Renninfo
Halb 1 01:47:22
Halb 2 01:58:35

Gesamt
Platz (M/W) 557
Platz (AK) 55
Platz (Gesamt) 4870
Zielzeit (Netto) 03:45:57

Gesamt Deutsche Meisterschaften
Platz (M/W) 136
Platz (AK) 22
Platz (Gesamt) 595
Zielzeit (Netto) 03:45:57

Mit dabei beim 44. GutsMuths-Rennsteiglauf am 21. Mai 2016

Marathon mit Rennsteiglied und Schneewalzer
Nach anstrengender Vorbereitung und großem Respekt vor dem Rennsteiglauf ging es bereits am Vortag nach Thüringen. Wir hatten uns für den „normalen“ Marathon entschieden mit Start in Neuhaus am Rennweg und Ziel Schmiedefeld. Daher holten wir zunächst unsere Unterlagen am Startort, aßen Thüringer Klöße mit Roulade statt Pasta und genossen die tolle Stimmung. Beim Tanz stimmten wir unsere Muskeln schon mal auf den bevorstehenden Lauf ein.
Danach fuhren wir nach Schmiedefeld, um das Auto für den nächsten Tag abzustellen. Hm, man hätte den Parkplatz vorreservieren können, es war bereits alles voll mit Autos, Wohnmobilen, dazwischen Zelte und Grills. Aber wir durften uns dann doch noch ein Plätzchen am Rande suchen.
Am nächsten Morgen mussten wir gegen 5 Uhr aus dem Bett, um dann den Shuttle nach Neuhaus zu erreichen. Die Fahrt zu den verschiedenen Startorten war super organisiert, Shuttlebusse sammelten überall Läufer ein. In Schmiedefeld war dann gleich wieder ordentlich Stimmung, sogar der Grill für die Thüringer Bratwurst wurde schon angeheizt.
Dann ging es zum Startbereich. Vorsichtshalber reihten wir uns weit hinten ein. Ein Hubschrauber kreiste über uns und filmte die großartige Atmosphäre beim Singen des Rennsteigliedes und Schunkeln zum Schneewalzer. Wir freuten uns auf den Startschuss. Stimmung und bestes Rennsteigwetter sorgten dafür, dass wir entspannter losliefen als gedacht. In gemütlichem Tempo trabten wir gemeinsam mit 3.091 Marathonis (690 Frauen und 2.401 Männer) los. Und dann ging es gleich erst mal bergauf. Geübt auf Strecken zum Weißen Stein und auf dem Philosophenweg in Heidelberg ließen wir uns dadurch aber nicht abschrecken.
Nachdem wir zunächst auf Asphalt unterwegs waren, war bald gemütlich vorbei. Der Untergrund wechselte danach ständig, mal stolperte man über Wurzeln, dann wieder über Steine auf den Schotterwegen. An Abwechslung fehlte es da jedenfalls nicht. Freudige Überraschung gab es für mich bei der ersten Getränkestation: es gab hier schon Cola. Die Verpflegung auf der Strecke war ganz anders als gewohnt, nix mit Gels, sondern Obst, Schnittchen mit Käse und Wurst, Haferschleim … ich fühlte mich bestens versorgt, da ich mit den Gels nicht klarkomme. Mein Magen war jedenfalls mit Cola, Haferschleim, Zitronenscheiben und Brot zufrieden.
Die teilweise engen Wege mit vielen Stolperfallen sorgten dafür, dass immer mal wieder jemand stürzte. Bei Kilometer 9,5 war ich dann auch dran. Zum Glück gab es nur ein paar Schrammen und gleich auch hilfreiche Läufer. Okay, damit war aber der Sturz schon mal abgehakt 😉
Nach 18,3 km erreichten wir den Eselsberg bei Masserberg, mit 841,5 m den höchsten Punkt der Marathonstrecke. Wir nahmen uns Zeit, die Atmosphäre hier zu genießen, schlürften Haferschleim, schwatzten mit Zuschauern … der Lauf machte einfach Spaß. Nach der Halbmarathonmarke gab es den ersten Stau. Der enge steile Weg bergab war mit Wurzeln und Steinen gepflastert, so dass einige nur sehr vorsichtig abwärts gingen. Der anspruchsvolle, ständig wechselnde Untergrund der Strecke war eine größere Herausforderung als die Steigungen. Diese hatte ich bisher alle laufend bewältigt und hatte vor, das bis zum Ende auch beizubehalten. Den Erzählungen nach sollte jedoch noch eine „schlimme“ Steigung kommen. Und das irgendwann nach 30 Kilometern, wo der Marathon eigentlich erst losgeht.
Kurz vor km 32 musste ich mein Vorhaben aufgeben, alles bergauf zu laufen und schnaufte gehend mit allen anderen den steinigen Weg bergauf. Durch den ständigen Wechsel von bergauf-bergab konnten sich die müden Muskeln immer wieder erholen, während dann andere gefordert wurden. Die Trails waren auch für Füße und Knie eine extra Herausforderung.
Nachdem auch diese Steigung bewältigt war, gab es einen kurzen Uhrenvergleich … bisher waren wir nicht nach Zeit gelaufen, aber jetzt war das Ziel langsam absehbar. Viereinhalb Stunden wären schon cool. Ich überschlug kurz Strecke und verbliebene Zeit und entschied, ab jetzt etwas mehr Gas zu geben. Vorsichtig legte ich los. Kein Muskel streikte, meinem Magen ging es auch gut, der Haferschleim hat wohl gut gewirkt 😉 Von nun an lief ich durchgängig auch alle Steigungen. Ich freute mich, dass die Kilometer vorbeiflogen, konnte aber auch noch die Stimmung der Zuschauer in mich aufnehmen. Kein abwesendes Schleppen auf den letzten Kilometern wie sonst. Ich war jetzt schon glücklich, obwohl noch gar nicht im Ziel. Und das konnte man nur bergauf erreichen. Das war schon hart, im letzten Kilometer noch mal eine Steigung zu bewältigen … und zu guter Letzt noch eine dreiviertel Runde um den Sportplatz. Geschafft, geschafft … mit hochgerissenen Armen rannte ich durch den Zielbogen. Ich war unheimlich glücklich, den Rennsteiglauf in der Tasche zu haben, und mir ging es danach auch noch so richtig gut.
Alle, die mir zuvor immer wieder vom Rennsteig erzählt hatten, hatten nicht übertrieben. Der Rennsteig hat uns überzeugt, toller Lauf, super Atmosphäre, einmalige Verpflegung, perfekte Organisation, … die Stimmung war einfach phantastisch … vorher, mittendrin und danach.
Danke an alle Organisatoren und Helfer, die dafür gesorgt haben, dass dieser Marathon ein unvergessliches Erlebnis für mich werden konnte.

Gesamtzeit: 4:30:29
Gesamtplatz Frauen: 176
AK-Platz: 41

Erstausstattung zum Rennsteiglauf:
2016-05-21_Erstausstattung_Rennsteiglauf
Es geht los:
2016-05-20_Start_Rennsteiglauf
Höchster Punkt bei 18.3 km erreicht:
2016-05-20_18,3km_Rennsteiglauf
Gepäckaufbewahrung:
2016-05-20_Gepäck_Rennsteiglauf
Im Ziel:
2016-05-21_Ziel_Rennsteig_klein
Zieleinlauf unseres Supermarathonis:
2016-05-21_ZielHarald_Rennsteiglauf
Stimmung nach dem Lauf am Abend:
2016-05-20_Stimmung_Rennsteiglauf

Zum Üben für nächstes Jahr:
Das Rennsteiglied
Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land,
den Beutel auf dem Rücken, die Klampfe in der Hand.
Ich bin ein lustger Wandersmann, so völlig unbeschwert,
mein Lied erklingt durch Busch und Tann, das jeder gerne hört.

Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft gegangen
Vöglein sangen Lieder.
Bin ich weit in der Welt, habe ich verlangen,
Thüringer Wald nur nach Dir.

Durch Buchen, Fichten, Tannen so schreit ich in den Tag,
begegne vielen Freunden, sie sind von meinem Schlag.
Ich jodle lustig in das Tal, das Echo bringt’s zurück.
Den Rennsteig gibt’s ja nur einmal und nur ein Wanderglück.

Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft gegangen
Vöglein sangen Lieder.
Bin ich weit in der Welt, habe ich verlangen,
Thüringer Wald nur nach Dir.

An silber klaren Bächen sich manches Mühlrad dreht,
da rast ich wenn die Sonne so glutrot untergeht.
Ich bleib, so lang es mir gefällt und ruf es allen zu:
Am schönsten Plätzchen dieser Welt, da find ich meine Ruh.

Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft gegangen
Vöglein sangen Lieder.
Bin ich weit in der Welt, habe ich verlangen,
Thüringer Wald nur nach Dir.

Musik: Herbert Roth, Text: Karl Müller
Das Rennsteiglied 1981

2016-05-21_Rennsteiglied

Bienwald-Marathon Kandel 13.03.2016

Mein 7. Marathon

Ich war die ganze Woche recht entspannt, auch am Vortag machte ich mir keine größeren Sorgen. Aber woher die Beine wissen, dass es bald losgeht … erst begannen die Oberschenkel zu schmerzen und Samstag nachmittag dann auch noch die Waden zu brennen. Aber das kennt wohl jeder. Irgendwelche „Phantomschmerzen“ gibt es immer vor dem Marathon …
Sonntag früh war dann alles wieder okay. Mit 61 Stunden Training und 612 Trainingskilometern in den Beinen ging es dann los.
6 Uhr Frühstück, 7:30 Uhr Abfahrt, 10 Uhr Start in Kandel mit 505 weiteren Marathonläufern und 1267 Halbmarathonläufern. Es war recht kühl und etwas windig. Ob die Sonne uns begleiten würde, war noch nicht zu sehen. Vom SV 98/07 Seckenheim starteten wir zu Fünft, alle mit Ziel unter 4 Stunden zu finishen.

2016-03-13_Bienwald-Marathon
Eine Lauffreundin war ebenfalls angereist, um den HM zu laufen. Sie wollte uns dann im Ziel mit unseren Medaillen empfangen 🙂
2016-03-13_Bienwald-Marathon2
Wir waren alle guter Stimmung und liefen gemeinsam los. Bereits nach 1 km schon schneller als geplant. Den ersten Teil liefen wir noch gemeinsam mit den Halbmarathonis. Nachdem diese wendeten, wurde es ruhig und es ging für die Marathonis etwas entspannter weiter. Das Feld war nun stark aufgelockert, die meisten liefen in Grüppchen, so wie wir. Bei Kilometer 16 und 19 (gleich 2x wegen Wende) brachte uns eine Band so richtig in Stimmung. Uns ging es gut, noch strahlten wir.
Nach der Hälfte der Strecke gab es wieder einen Abzeig in den Wald hinein, mit Wende bei km 26. Nach 32 Kilometer waren wir dann zurück auf der Hauptstrecke und dachten nur noch an das Ziel. Rolf und ich hatten inzwischen brennende Beine. Gerhard hatte sich gelöst und lief nun 100 m vor uns. Der Kampf der letzten 10 km begann. Ich dachte nur noch von Kilometer zu Kilometer. Ich wollte nicht mehr. Aber Aufgeben war keine Option. Also wie immer – und es geht doch noch irgendwie. Ich heftete mich mit den Augen an Gerhard vor mir und versuchte, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen.
Insgesamt wurden die Abstände zwischen einzelnen Läufern immer größer, die letzten Kilometer kämpfte jeder für sich allein … und dann auch noch mit kaltem Gegenwind. Aber bald … das Stadion kam in Sicht. Der Weg am Stadion entlang und dann noch eine dreiviertel Rund auf der Laufbahn … endlos … und endlich das Ziel erreicht. Ich war erledigt, die nächsten 10 min ging gar nichts mehr. Aber mit 3:55:12 Netto-Zielzeit ist irgendwann alles egal. Gerhard war schon im Ziel, bald folgten auch Rolf mit Andreas und auch Harald noch unter 4 h. Alle kaputt und glücklich.
Der Lauf war gar nicht so einsam wie erwartet, es war ein aufgelockertes Feld, daher angenehm zu laufen. Für mich war es etwas zu kalt – wie die Dusche danach. Leider gab es bei den Frauen keine heiße Dusche, auf die ich mich so gefreut hatte. Aber die habe ich dann zu Hause nachgeholt.
Der schnellste Läufer heute schaffte die Strecke in 2:30:49, die schnellste Frau in 2:58:53. Von 96 Frauen beim Marathon liefen 24 unter 3:30! In meiner Altersklasse kam die Schnellste nach 3:18:12 ins Ziel.

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin :)

BMW Berlin Marathon 27.09.2015
Ursprünglich sollte der Berlin-Marathon mein erster Marathon werden. Nun war es also bereits der sechste. Ich war riesig gespannt und voller Vorfreude.
Die Aussichten waren super: Strahlender Sonnenschein, Temperaturen zwischen 10°C und 15°C, also perfekte Bedingungen.
2015-09-27_Marathon_Berlin-010
Bevor wir starten konnten, brauchten wir noch viel Geduld. Bereits die Kleiderbeutelabgabe für die Frauen war eine Geduldsprobe. Dann weiter zum Startblock. Aussichtslos, den „normalen“ Zugang zu erreichen. So kletterten wir hinter vielen anderen durch Sträucher und über Absperrungen. In unseren Block zu kommen war jedoch nicht möglich. Dort standen die Läufer bereits dicht gedrängt. Erst nach dem Start der ersten Welle wurde Platz, über einen weiteren Zaun zu klettern, um endlich im Startblock zu stehen. Ich war bereits genervt, das freudige Kribbeln wie sonst blieb erst einmal aus.
2015-09-27_Berlin Marathon Start
Inzwischen rückten wir langsam zur Startlinie vor, klatschen und schwenkten im Takt des Moderators die Arme und endlich kam auch die Freude, hier am Start zu stehen. Die Stimmung war super, es konnte losgehen.
Und dann rollte die zweite Welle los. Eine unüberschaubare Menge an Läufern machte sich auf den Weg durch Berlin. Anfangs dachte ich noch, irgendwann würden sich die Reihen lichten. Aber von Anfang bis zum Ende ging es darum, niemanden umzurennen und nicht selbst umgerannt zu werden.
Die Straßen waren fast durchgängig von Zuschauern gesäumt, unterbrochen von Bands, die die Stimmung anheizten, … die Kilometer flogen nur so vorbei. Nicht zu vergessen die vielen Sehenswürdigkeiten, von denen wir am Vortag schon einige besucht hatten.
Mein Laufpartner lief von Anfang an zügig und gleichmäßig. Der Punkt, an dem ich mich entscheiden wollte, ob ich dann schneller laufe, kam dieses mal nicht. Zum ersten mal musste ich gezogen werden. Kilometer für Kilometer kämpfte ich hinter ihm her. Nachdem ich zweimal Zwangsstopps einlegen musste und danach 4 bzw. 5 km lang das Tempo erhöhte, um wieder Anschluss zu bekommen, war die Luft raus.
Ich freute mich dann auf Kilometer 35, dort stand meine Tochter mit der rettenden Cola. Wieder etwas aufgetankt ging es dem Ziel entgegen. Obwohl total am Ende, liefen meine Beine doch wieder etwas schneller … bewegender Lauf durch das Brandenburger Tor und danach durch das Ziel.
Und dann zwischen Lachen und Weinen … endlich in Berlin gelaufen, durch das Brandenburger Tor, trotz Schmerzen im Ziel, unter vier Stunden geblieben …
2015-09-27_Berlin Marathon Ziel

 

Splits

Split Tageszeit Zeit Diff min/km km/h
5 km 09:46:03 00:28:08 28:08 05:38 10.66
10 km 10:13:48 00:55:53 27:45 05:33 10.81
15 km 10:41:52 01:23:57 28:04 05:37 10.69
20 km 11:09:57 01:52:03 28:06 05:38 10.68
Halb 11:15:59 01:58:04 06:01 05:29 10.94
25 km 11:38:34 02:20:39 22:35 05:48 10.36
30 km 12:06:34 02:48:40 28:01 05:37 10.71
35 km 12:35:02 03:17:07 28:27 05:42 10.54
40 km 13:03:10 03:45:15 28:08 05:38 10.66
Finish 13:15:29 03:57:34 12:19 05:37 10.69

Gesamt

Platz (M/W) 2.252 von 8.923
Platz (AK) 177 von 1.109
Zielzeit (Netto) 03:57:34
Zielzeit (Brutto) 04:15:29

Ergebnisse Berlin-Marathon 2015

1. Frau: 2:19:25 Cherono, Gladys (KEN)
1. Mann: 2:04:00 Kipchoge, Eliud (KEN)

1. Frau W50: 3:06:33
letzte Frau W50: 6:30:05

36.817 Marathon-Finisher von 41.224 Anmeldungen

Freiburg Marathon am 29. März 2015

Mit Unwetterwarnung an den Start
Wir Lauftreffler nutzten den Marathon wieder für einen verlängerten Wochenendausflug und landeten bereits am Freitag in Freiburg. So hatten wir genug Zeit, die Stadt zu erkunden und schon einen Teil der Strecke kennenzulernen.
20015-03-29_Vorbereitung Marathon20015-03-29_Vortag Marathon
Wir hatten perfektes Sightseeing-Wetter und konnten sogar auf einer Dachterrasse Kaffee trinken. Sorgen machte uns aber das angekündigte Marathonwetter: Regen, Wind und Sturmböen … Was soll man da anziehen? Selbst für die Männer war es in dem Fall schwierig zu entscheiden 😉
So gingen wir für alle Eventualitäten präpariert am Sonntag an den Start:
1 Marathonstaffel,
1 Halbmarathoni und
5 Marathonläufer.
11:10 Uhr startete der erste bunte Läuferblock und wir mittendrin.
Die Strecke war recht kurzweilig, die ersten 15 Kilometer vergingen für mich recht schnell. Trotz Regen und starkem Wind standen viele Bands und Zuschauer am Straßenrand, heizten uns ein und jubelten uns zu. Die Streckenverhältnisse änderten sich ständig. Asphalt, Asphalt mit Schienen, Kopfsteinpflaster in verschiedenen Variationen … Steigungen, dann mal wieder bergab, Brücken … Wetterwechsel … es war von allem was dabei. Freiburg hatte für Abwechslung gesorgt 😉
Wir waren vorerst zu Dritt unterwegs. Ich fand das sehr angenehm, irgendwie spart das Kraft, gemeinsam zu laufen. Im Stadtzentrum feuerten uns die Familien meiner Laufpartner an und wir bestellten schon mal Cola für die nächste Runde 😉
Kurz vor der Messe trennten sich die Halb- von den Marathonis. Die Halbmarathonläufer durften ins Ziel abbiegen, und wir starteten in die zweite Runde. Meine Anspannung fiel jetzt etwas von mir ab. Aufgrund meiner Rückenprobleme hatte ich mir offengelassen, nach der Halbmarathonmarke abzubrechen, aber nun wagte ich mich doch in die zweite Hälfte.
Bis kurz vor dem Stadtzentrum liefen wir weiter alle drei zusammen, danach flitzte uns Christian davon. Die zweite Runde Marathon-Sightseeing war nun anstrengender. Da aber keine Halbmarathonis mehr mit unterwegs waren, war das Läuferfeld sehr übersichtlich und die Zuschauer feuerten nun alle mit Namen an. Das spornt natürlich an und motiviert durchzuhalten. Immer wieder kam vom Straßenrand: tolle Zeit, Du schaffst das, super Leistung … das zaubert dann auch wieder ein Lächeln ins Gesicht 🙂 2015-03-29_Freiburg-M
Die letzten 10 km – die sowieso immer die schwierigsten sind – wurden dann von zunehmenden Wind erschwert. Besonders bei Steigungen kämpften wir mächtig gegen die Böen. Sogar Absperrungen kippten um. Aber wir waren schon auf dem Rückweg und ich zählte die Kilometer herunter … Wir lagen noch gut in der Zeit und unter 4 h sollte kein Problem werden.
Dann konnte mein Laufpartner das Tempo aber nicht mehr halten und kämpfte. Ich versuchte zu ziehen, aber die Kraft war bei ihm raus. So liefen wir langsamer weiter, durchhalten ist am Wichtigsten.
Nach 4:05:43 waren wir geschafft im Ziel, aber glücklich über die durchgehaltenen 41,195 km.
Nach und nach trafen wir auch die anderen unserer Gruppe. Schön, wenn man nicht allein unterwegs ist 🙂
Unser Schnellster schaffte die Marathondistanz in 3:56:06, endgültig alle im Ziel waren nach einer coolen Zeit von 4:44:44.

Unsere Marathonstaffel: 4:01:21
20015-03-29_Marathonstaffel 2015-03-29_Urkunde

2015-03-29_Zieleinlauf_kl

2015-03-29_Freiburg-Gruppe

„Alles Walzer“ – Vienna City Marathon 13. April 2014

Jeder Marathon ist anders …
… vorher, während und nachher … das weiß ich jetzt auch.
Dieses mal lief schon zuvor alles anders. Vor einer Woche sind wir noch einen 10er-Wettkampf gelaufen, nicht optimal. Und dann gab es die ganze Woche Stress. Und mein Laufpartner, mit dem ich gemeinsam den gesamten Marathon laufen wollte, hatte Rückenprobleme, seine Wade streikte … Selbst ein kurzfristiger Termin für ihn bei meinem Lieblingsmasseur konnte nicht mehr so schnell helfen … also wie gesagt, alles nicht so optimal.
Am Samstag flogen wir in Wien ein. Wir holten gleich unsere Startunterlagen und fuhren dann zur Friendship Party in den Festsaal des Wiener Rathauses. Das Jahresthema des Vienna City Marathon „Alles Walzer“ sorgte für ein besonderes Feeling. Man hatte sogar die Möglichkeit, in einem Walzer-Crash-Kurs den klassischen Wiener Walzer mit echten Profis zu erlernen. Wir konzentrierten uns jedoch auf die Kohlenhydratzufuhr und futterten eine übergroße Portion Kaiserschmarrn und Pasta.

  • 20140412_Marathon_Friendshipparty
  • 20140412_Marathon_Friendshipparty-202


 

 

 


Melde-Ergebnis Vienna City Marathon 2014:
Marathon: 9.456 (inkl. Eliteläufer)
OMV Halbmarathon: 16.208
Staffelmarathon: 13.628 (=3407 Teams)
Coca-Cola 4.2: 1.516
Coca-Cola 2.0: 1.270
Gesamt 42.078 Anmeldungen

Und am Sonntag war es dann soweit 🙂 Wir konnten wieder die einmalige Startatmospähre eines Marathons genießen. Anders ist in Wien die Abgabe der Kleiderbeutel. Diese werden auf LKWs entgegengenommen, die dann zum Zielbereich fahren. Zweiter Punkt vor dem Start ist das Anstehen vor den Toilettenhäuschen … 5 min … 10 min … nach 15 min waren wir noch immer nicht dran. Die Startzeit rückte näher. Wir mussten noch unseren Block suchen. Hinter den Toi-Häuschen war Gebüsch. Das sollte gehen … und dann kam die Welle ins Rollen … die Büsche waren umgehend ebenfalls besetzt, also wurde sich nun so ziemlich in aller Öffentlichkeit hingehockt. Ein Marathon ist eben in jeder Beziehung anders 😉
Und dann auf dem Weg zum Startblock …

20140413_Marathon_Wien_StartG20140413_Marathon_Wien_StartK

 

 

 

 

Ringsherum aufgeregte Läufer, alle zappelten herum. Zur Einstimmung wurde „An der schönen blauen Donau“ gespielt. Wir versuchten kurz eine Walzerdrehung, so ganz klappte das jedoch nicht. Ich hätte den Kurs auf der Party wohl doch machen sollen 😉
Und dann der Startschuss für die Eliteläufer, gefolgt vom Start des 1. Blocks. Eine kunterbunte Ameisenarmee war von weitem zu sehen. Ein eindrucksvolles Bild. Bald danach wurden auch wir auf die Strecke geschickt. Die Wetterbedingungen waren noch optimal. Etwas kühl, aber genau richtig für einen Marathon. Ich fühlte mich locker und leicht, auch noch nach 10 km. Mein Laufpartner hielt tapfer mit. Ich hoffte, dass er vielleicht doch noch den Marathon durchlaufen könnte …
Noch immer war die Laufstrecke von begeisterten Zuschauern umsäumt, viele mit Motivationsschildern für Familie und Freunde. Und auch Sehenswürdigkeiten gab es mehr als genug auf der Strecke. Die Kilometer kamen mir bei den vielen Eindrücken recht kurz vor.
Dann wurde mein Laufpartner etwas langsamer. Ich hoffte trotzdem noch auf ein Wunder. Bei Kilometer 13 dann meinte er, er schaffe es nicht mehr … etwas geknickt lief ich allein weiter.
Auf der Strecke gab es reichlich Getränkestationen, Wasser trank ich an fast jeder. Ab km 15 gab es auch Bananen, bei denen ich ebenfalls zugriff. Ich wusste, dass jeder Stopp Zeit kostete, traute mich aber noch immer nicht, zu viele Verpflegungspunkte auszulassen aus Angst vor den 30er Kilometern … 3 Marathonläufe sind eben noch nicht genug Erfahrung. Bald kamen auch die ersten Seitenstechen. Das Tempo behielt ich bei, konzentrierte mich aber auf die Atmung. Das hatte sich bereits bewährt. Naja, Beine und Füße meldeten dann auch etwas Müdigkeit. Da hilft nur Ablenkung, die es auf der Strecke genug gab. Tolle Gebäude, jubelnde Zuschauer, Läufer aus vielen verschiedenen Ländern … manche gerüstet mit Gel für die nächsten 100 km 😉
Dann passierten wir den Heldenplatz. Die Halbmarathonis bogen ab in den Zielbereich. Ich hörte den Reporter rufen, dass soeben der 4. des Marathons ins Ziel lief. Tolle Leistung … aber ich hatte erst die Hälfte der Strecke geschafft. So richtig aufbauend war das dann doch nicht …
Dafür lichteten sich die Reihen. Es waren nun wesentlich weniger Läufer unterwegs, so dass ich nicht mehr ständig aufpassen musste, ob ich Jemanden in den Weg lief oder auf die Fersen trete …
Nach 25 km wollte ich mir mein Gel aus der Tasche holen. Wie immer hatte ich kein Gefühl/keine Kraft mehr in den Händen. Die ganze Energie wurde wohl an die Beine geliefert. Ich bekam kaum den Reißverschluss meiner Tasche auf. Als ich das mühevoll geschafft hatte, kämpfte ich dann damit, das Gel zu öffnen. Mein verzweifelter Öffnungsversuch wurde auch noch von der Kamera festgehalten 😉
Vor einiger Zeit hatte es auch begonnen zu nieseln. Zunächst war es sehr angenehm. Dann wurde der Regen jedoch stärker, ich war durchgeweicht und die aufkommenden Windböen wurden unangenehm. Aber bei einem Marathon muss man das einfach ignorieren.
Ich war inzwischen etwa am 31. Kilometer und sah in der Gegenrichtung das Schild 35 und einen Cola-Stand. Von nun an freute ich mich auf die Cola. Aber die lange Gerade nahm kein Ende. Der Wendepunkt kam mir unendlich weit weg vor. Ich kämpfte. Ich wollte zur Cola. Unbedingt. Ich wusste, das gibt einen Energieschub. Die 4 km bis dahin nahmen einfach kein Ende. Dann endlich sah ich das heiß ersehnte Schild. Es gab Banane und Cola. Ich wollte anhalten. Hatten meine Beine das nicht begriffen? Anhalten! Die wollten nicht. Es war ein komisches Gefühl … die Beine wollten weiter, der Kopf sagte Cola, das Anhalten wurde echt schwierig.
Nach Zucker und Koffein fühlte ich mich wieder besser, die Beine aber waren irgendwie nicht mehr meine. Sie waren schwer, etwas steif, schmerzten … also entschied ich, auf keinen Fall mehr anzuhalten. Die paar Kilometer mussten sie einfach noch durchhalten. Schließlich war ich ja schon fast im Ziel. Was sind schon 7 km.
Die Stimmung nahm nun wieder zu. Immer mehr Zuschauer umrahmten die Laufstrecke. Es gab bereits Läufer, die sich unter die Zuschauer gemischt hatten, wohl Halbmarathonis und Staffelläufer. Und es gab immer mehr, die den Rest nicht mehr laufend schafften. Andere wiederum erhöhten das Tempo. Es wurde spannend. Das Ziel rückte näher. Ich musste etwas zulegen. Unter 4h wollte ich schon ankommen. Das muss noch gehen. Unterschiedliche Gesichter ringsherum. Einige schon lächelnd in Erwartung des nahenden Ziels, andere gequält mit schleppendem Schritt. Gleich, gleich … Hier gab es einen blauen Teppich zum Ziel. Ich hatte es fast geschafft, nur noch durch das Tor … hurra 🙂 angekommen, geschafft, durchgehalten … aber fix und fertig. Neben mir erzählte eine Läuferin ganz aufgeregt, dass das ihr ersten Marathon war. Aber ob sie sich das noch einmal antue, wisse sie noch nicht 😉
Ich setzte mich erst mal auf den Boden … naja, ich versuchte langsam nach unten zu kommen … streckte die Beine aus und lies erst mal alle Gefühle aus mir heraus …
Ich war aber nicht die Einzige, die kaputt dasaß. Ringsherum geschaffte Läufer … zwei junge Männer neben mir hörte ich sagen „never again“. Ich musste lächeln … nach 1 bis 2 Tagen sieht man das schon wieder anders 🙂
Am Lkw traf ich dann meinen Laufpartner mit seiner Frau. Sie hatten auf mich gewartet. Es war schön, jetzt doch nicht ganz allein zu sein. Er hatte doch noch durchgehalten und den Halbmarathon geschafft und konnte den Zieleinlauf genießen. Klasse Leistung 🙂 Allerdings konnte er die nächsten Tage in Wien nur noch humpelnd erleben.
Im Ziel erfuhr ich dann auch vom tollen Endspurt und Sieg von Anna Hahner 🙂

2014-04-13_Urkunde_Wienmarathon

Meine 5-km-Zeiten:

KM 5 / 00:28:05
KM 10 / 00:28:43
KM 15 / 00:28:25
KM 20 / 00:28:02
KM 25 / 00:27:39
KM 30 / 00:27:20
KM 35 / 00:29:44
KM 40 / 00:28:42
KM 42 / 00:12:25

28.04.2013 Immer noch beflügelt

Man muss es einfach selbst erlebt haben
„Du fühlst dich gut beim Laufen und noch besser hinterher.“ (Fred Lebow, New York Marathon Gründer)
Nachdem ich den Marathon ohne größere Probleme laufen konnte, war ich nun gespannt, wie es sich in der darauffolgenden Woche anfühlt. Man hört da so einiges … der Tag danach war jedoch ohne böse Überraschungen 🙂 Ich konnte „normal“ laufen, Treppensteigen funktionierte problemlos und auch sonst fühlte ich mich einfach beschwingt. Meine Hochstimmung über den gefinishten Marathon ist noch immer nicht vorbei. Natürlich war es auch toll zu hören, wie viele Freunde und Bekannte den Lauf verfolgt hatten und nun ebenfalls begeistert waren, dass ich 42,195 km geschafft hatte, obwohl sich das Verständnis für meinen Marathontraum teilweise in Grenzen hielt und sogar auf Unverständnis stieß.

Mit dem Erreichen meiner erhofften Zieleinlaufzeit knapp unter 4 h kann ich nun sagen, dass sich das anstrengende Training absolut gelohnt hat. Klar gab es während der Trainingswochen Hochs und Tiefs und Gedanken wie „warum tue ich das?“. Und eine Marathon-Distanz kann man zuvor nicht testen, so dass es während der gesamten Vorbereitung spannend blieb, alles war auf DAS Ereignis ausgerichtet. Sicherlich hatte ich dann auch etwas Glück und einen für mich optimalen Tag erwischt. Auf alle Fälle hat sich die Art unserer Marathonvorbereitung bewährt, so dass wir beim nächsten Marathon (in einem Jahr … in Rom? oder in Wien? oder … einen Startplatz in London zu ergattern ist leider schwierig) darauf zurückgreifen können.

Diese Woche gab es nur zwei gemütliche 10er Läufe und etwas Gymnastik, damit der Körper sich erholen kann. Wobei mir die Ruhe zugegebenermaßen ziemlich schwer gefallen ist. Stillsitzen ist nicht meine Stärke.
„Die besten Läufer sind die, die hart trainieren können, aber auch ein Quäntchen Faulheit haben, damit ihr Körper Zeit zur Regeneration findet.“ (Benji Durden, Coach und Marathon-Olympiateilnehmer 1980)

Nun überschneiden sich die Erholungsphase vom Marathon und die Vorbereitung für den Dämmer-(Halb)Marathon am 8. Juni in Mannheim. Aber die Regeneration ist erst einmal wichtiger (sagen die Trainer 😉 ).

22.04.2013 Marathontraum erfüllt :)

Haspa Marathon Hamburg – Unglaubliches Erlebnis

Hey, ich habe es tatsächlich geschafft! Mein Traum, einen Marathon zu finishen habe ich  mir erfüllt. 🙂 Und das in einer tollen Stadt, mit super Atmosphäre, perfekter Organisation, begeistertem Publikum, fantastischem Wetter … ich habe den Lauf total genossen, es hat mir Spaß gemacht und ich werde wieder einen Marathon laufen. 🙂

Aber von vorn … bereits zwei Tage vorher war meine Aufregung und Nervosität kaum noch zu übertreffen. Bevor es losging, habe ich unzählige Male meine Sachen ein- und ausgepackt, bin immer wieder die Checkliste durchgegangen und hatte immer wieder das Gefühl, etwas vergessen zu haben … erst, als wir dann alle im Zug saßen, wurde ich vorerst ruhiger.

Am Marathontag war ich bereits gegen 4 Uhr wach, um 6 gab es Frühstück und dann war Abfahrt zum Messegelände. Wir waren rechtzeitig da, so dass wir vor dem Start noch relaxen konnten. Im Startbereich war die Stimmung so toll, dass ich bereits dort dachte, das muss ich noch mal erleben. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zwischen so vielen Gleichgesinnten zu stehen. Alle waren genauso aufgeregt wie wir und viele liefen ebenfalls ihren 1. Marathon.

Zehn Minuten nach dem offiziellen Start wurde dann auch unser Block auf die Strecke gelassen. Ich bekam Gänsehaut und war total überwältigt, zwischen den vielen Zuschauern und Kameras und Anfeuerungsrufen loszulaufen. Es war ein unbeschreibliches einmaliges Gefühl. Nun wurde es also ernst. Unser 1. Marathon oder 42,195 Kilometer. Die tolle Stimmung verleitete mich ständig das Tempo zu erhöhen. Ich hatte 100 x gelesen und gesagt bekommen „nicht zu schnell am Anfang“. Ich wusste es auch und lies mich trotzdem verleiten. Mein Laufpartner hatte wirklich 10 km lang zu tun, mich immer wieder auf ein „normales“ Tempo zu bremsen. Ansonsten lief es wunderbar, wir genossen die Atmosphäre um uns herum, die begeisterten Zurufe der Zuschauer „Gerhard du schaffst das“ und „Katrin weiter so“ (die Namen standen auf der Startnummer), die Bands auf der Strecke und unsere Familien, die es schafften, gleich an drei Punkten auf uns warten und uns anzufeuern. Die Strecke war toll, es gab ständig etwas Interessantes zu sehen. Das lenkte von den kleinen Problemen ab, die der Körper dann hatte, erst der linke Oberschenkel, später die Füße, und dann noch ein undefiniertes Bauchgrummeln. Aber der Kopf war stärker, ich schaffte es, all das zu ignorieren und mich von der Stimmung treiben zu lassen. Ich fühlte mich insgesamt sehr gut und genoss den Lauf.

Zwischen Kilometer 31 und 32 diskutierte ich mit meinem Laufpartner: ich wollte ihn nicht allein weiterlaufen lassen nach der vielen Unterstützung durch ihn und er wollte mich nicht die restlichen 11 km bremsen. Und so erhöhte ich dann mein Tempo etwas und lief allein weiter. Ich muss zugeben, die 30er Kilometer sind wirklich anstrengender, die Sonne schien dann schon kräftig, die Beine wurden müde und gelegentlich hatte ich Schwindelgefühl. Ich dachte aber daran, dass ich für mindestens jeden km jemanden hatte, der mir die Daumen drückt, lächelte wieder und lief. Rettung gab es bei km 35 mit Cola, die mir richtig gut tat. Danach dachte ich wieder daran, dass ich 4 h schaffen wollte, rechnete hin und her und stellte fest, dass ich mir noch eine Pause nicht leisten konnte. Daher kam dann mein Trinkgürtel zum Einsatz, aus der Flasche lässt es sich auch beim Laufen einfacher trinken, als aus den Bechern an der Verpflegungsstation. Gel hatten wir kurz vor dem Start, bei km 15, km 22,5 und bei km 30 genommen. Für mich war das dann ausreichend.

Die letzten 5 Kilometer wurden anstrengender. Es gab einige Läufer die am Rand standen und nicht weiterkonnten, einige gingen nur noch, vielen sah man die Erschöpfung an. Aber auch da arbeiteten die vielen Zuschauer mit und riefen immer wieder „nicht aufgeben!“ und „ihr habt es gleich geschafft!“. Nachdem ich das erste mal den Fernsehturm im Blick hatte, sagte ich mir immer wieder, es kann nicht mehr weit sein, nur noch bis zum Fernsehturm. Es war dann ein harter Kampf zwischen Körper und Kopf – Kopf siegte . 🙂 Und ganz plötzlich war der rote Teppich in Sicht, immer mehr Zuschauer am Rand, die volle Tribüne, das Zieltor, die Zeitanzeige, hochgerissene Arme – es gab gar kein Halten mehr bis auch ich die Arme hochreisen konnte, meine Garmin stoppte und überwältigt feststellte, dass ich  meine Wunschzeit geschafft hatte. 3:59:17 h – d.h. Zielzeit 4 h geschafft. Die Beine waren plötzlich aus Blei, aber das interessierte ja nun nicht mehr, es gab nur noch das Glücksgefühl über den ersten gefinishten Marathon. Bis mein Laufpartner ins Ziel kam, beobachtete ich den Zieleinlauf, lauter total erschöpfte aber überglückliche Läufer mit hochgerissenen Armen. Mein Laufpartner schaffte das Ziel in 4:13 h, für unseren ersten Marathon können wir also absolut zufrieden sein.

Nachdem unsere Laufgruppe den ganzen Tag in Gedanken bei uns war und alle Daumen gedrückt hatte, bereitete sie uns auch noch am Bahnsteig zu Hause einen Überraschungs-Sektempfang. Bei so viel Unterstützung – von Familie, Laufgruppe und Freunden – mussten wir ja durchhalten. 🙂

21.04.2013 - km 16 beim Hamburg-Marathon

21.04.2013 – km 16 beim Hamburg-Marathon

21.04.2014 - Marathon bei km 18

21.04.2013 – Marathon bei km 18

... bei km 16 - noch total fit :)

… bei km 16 – noch total fit 🙂

 

... immer noch glücklich bei km 38

… immer noch glücklich bei km 38

Schon 38 km geschafft!

Schon 38 km geschafft!

21.04.2013 - Heimfahrt nach dem Marathon auf dem Boden sitzend, um die Beine ausstrecken zu können

21.04.2013 – Heimfahrt nach dem Marathon auf dem Boden sitzend, um die Beine ausstrecken zu können

21.04.2013, 20:55 Uhr, Überraschung am Bahnsteig: Sektempfang von unserer Laufgruppe Danke an alle für die Überraschung und für's Daumendrücken, hat geholfen :)

21.04.2013, 20:55 Uhr, Überraschung am Bahnsteig in Mannheim: Sektempfang von unserer Laufgruppe
Danke an alle für die Überraschung und für’s Daumendrücken, hat geholfen 🙂

Der Anfang

Der Anfang
Vor 11 Jahren beim Klassentreffen erzählte ich, dass es mein Traum wäre, einmal im Leben einen Marathon zu laufen. Damit hatte ich gleich einmal ein Ziel festgesetzt, von dem ich selbst noch gar nicht wusste, ob und wie ich es erreichen könnte. Die Blicke der anderen kann sich wohl jeder vorstellen, der mal in einer größeren Runde leichtsinnig so etwas erwähnt hat … ernst genommen hatte es wohl keiner.
2012 im Januar
Laufgruppe gefunden! Ziel der Laufgruppe war die Vorbereitung auf den MLP-Halb-/Marathon. (Für mich natürlich Halbmarathon, über Marathon dachte ich nicht einmal nach.)
Ende Oktober 2012
Entscheidung gefällt, der erste (und einzige?) Marathon wird in Hamburg am 21. April 2013 gelaufen.
Wien, Rom und Hamburg standen zur Auswahl – mein Mann entschied für Hamburg … er als Zuschauer.
Ende 2012
Die Laufgruppe hält immer noch zusammen, und wir haben im Laufe des Jahres an einer Vielzahl von Volksläufen teilgenommen. Für die meisten war das so gar nicht geplant, aber in der Gruppe macht es einfach Spaß.

Und jetzt …
Mitten in der (10-Wochen-)Intensiv-Vorbereitung für den Marathon …